Kontaktlinsen oder Augenlasern – was ist die bessere Wahl für dich?

Kontaktlinsen oder Augenlasern - Vor- und Nachteile im Überblick. Erfahren Sie, was für Sie am besten ist.

Wer Kontaktlinsen trägt und über einen dauerhaften Wechsel nachdenkt, stellt sich oft dieselbe Frage: Lohnt sich eine Laserbehandlung wirklich? Beide Methoden korrigieren Fehlsichtigkeit zuverlässig – aber sie unterscheiden sich stark in Kosten, Risiken, Alltag und Eignung. Dieser Artikel hilft dir, die richtige Entscheidung für deine Augen zu treffen.

Ist Augenlasern sicherer als Kontaktlinsen langfristig tragen?

Diese Frage überrascht viele: Ja, Augenlasern gilt laut aktueller Studienlage langfristig als sicherer als das dauerhafte Tragen von Kontaktlinsen. Der Grund liegt im täglichen Infektionsrisiko durch Kontaktlinsen. Jedes Einsetzen und Herausnehmen birgt das Risiko, Keime ans Auge zu bringen. Über Jahre summiert sich dieses Risiko erheblich.

Eine Studie der Oregon Health & Science University zeigte, dass Kontaktlinsenträger einem statistisch höheren Risiko dauerhafter Sehverschlechterung ausgesetzt sind als Patienten nach einer Laserbehandlung. Häufige Probleme beim Langzeitgebrauch von Kontaktlinsen sind Keratitis (Hornhautentzündung), Bindehautentzündung, chronisch trockene Augen sowie Hornhautveränderungen durch Sauerstoffmangel.

Das bedeutet nicht, dass Kontaktlinsen gefährlich sind – bei korrekter Anwendung und Hygiene ist das Risiko sehr gering. Wer aber seit Jahren täglich Linsen trägt und Beschwerden bemerkt, sollte das Lasern ernsthaft in Betracht ziehen.

Risiken der Laserbehandlung

Auch Augenlasern ist nicht ohne Risiken. Mögliche Nebenwirkungen sind Lichthöfe um Lichtquellen (Halos), Blendempfindlichkeit, trockene Augen in den ersten Monaten sowie in seltenen Fällen eine Unter- oder Überkorrektur. Das Risiko einer ernsthaften Komplikation liegt je nach Verfahren bei unter 1 Prozent. Eine gründliche Voruntersuchung reduziert das Risiko erheblich.

H2: Für wen ist Augenlasern geeignet – und für wen nicht?

Nicht jeder Kontaktlinsenträger ist automatisch ein Kandidat für eine Laserbehandlung. Die Eignung wird individuell durch einen Augenarzt oder eine spezialisierte Augenklinik festgestellt.

Geeignet bist du in der Regel, wenn:

  • Deine Fehlsichtigkeit seit mindestens zwei Jahren stabil ist
  • Du zwischen -0,5 und -10 Dioptrien (Kurzsichtigkeit) oder bis +4 Dioptrien (Weitsichtigkeit) liegst
  • Deine Hornhaut ausreichend dick ist (min. 480–500 Mikrometer)
  • Du mindestens 18–21 Jahre alt bist
  • Du keine aktiven Augenerkrankungen hast

Nicht geeignet bist du, wenn:

  • Du unter Keratokonus leidest (Hornhautausdünnung)
  • Deine Hornhaut zu dünn für den geplanten Gewebeabtrag ist
  • Du schwanger bist oder stillst (Hornhaut kann sich verändern)
  • Du unter starker rheumatoider Arthritis oder Autoimmunerkrankungen leidest
  • Deine Kurzsichtigkeit noch zunimmt

Die einzige Möglichkeit, Gewissheit zu bekommen, ist eine ausführliche Voruntersuchung mit Hornhautmessung, Augendruckmessung und Pupillendiagnostik. Diese kostet in der Regel zwischen 50 und 150 Euro und wird von spezialisierten Augenkliniken angeboten.


Was kostet Augenlasern im Vergleich zu Kontaktlinsen?

Die Kosten sind für viele das entscheidende Argument – und hier lohnt sich ein genauer Vergleich.

Augenlasern: Je nach Verfahren und Klinik kostet die Behandlung beider Augen zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Femto-LASIK liegt meist bei 1.800–2.500 Euro, SMILE (moderneres Verfahren) bei 2.500–3.500 Euro. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten in der Regel nicht, da es sich um einen elektiven Eingriff handelt. Private Zusatzversicherungen können einen Teil abdecken.

Kontaktlinsen: Die jährlichen Kosten variieren stark nach Linsentyp.

LinsentypJährliche Kosten (ca.)
Tageslinsen400–800 Euro
Monatslinsen inkl. Pflegemittel200–400 Euro
Formstabile Linsen150–300 Euro

Hinzu kommen regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Optiker oder Augenarzt (ca. 50–100 Euro pro Jahr).

Wer täglich Tageslinsen trägt, gibt über 10 Jahre damit 4.000–8.000 Euro aus – deutlich mehr als eine einmalige Laserbehandlung.


Ab wann lohnt sich Augenlasern finanziell gegenüber Kontaktlinsen?

Das hängt direkt davon ab, welche Kontaktlinsen du trägst und was die Behandlung kostet.

Beispielrechnung Tageslinsen:

Angenommen, du gibst 600 Euro pro Jahr für Tageslinsen aus und zahlst 2.200 Euro für die Laserbehandlung. Der Break-Even liegt dann bei rund 3,7 Jahren. Ab diesem Zeitpunkt spart die Laserbehandlung Geld.

Beispielrechnung Monatslinsen:

Bei 300 Euro Jahreskosten für Monatslinsen dauert es rund 7 Jahre bis zum Break-Even bei 2.200 Euro Behandlungskosten.

Je jünger du bist, desto mehr Zeit hast du, von der Investition zu profitieren. Wer mit 25 Jahren lasert und bis 60 auf Linsen verzichtet, spart in den meisten Fällen mehrere tausend Euro.

Wichtig: In der Rechnung nicht vergessen, dass nach dem Lasern bei vielen Menschen ab Mitte 40 trotzdem eine Lesebrille nötig wird, da das Lasern keine Alterssichtigkeit korrigiert.


Wie lange vor dem Lasern muss man Kontaktlinsen absetzen?

Das ist eine der praktischsten Fragen für Kontaktlinsenträger und wird häufig unterschätzt.

Kontaktlinsen verändern die Form der Hornhaut leicht. Damit die Voruntersuchung und die Behandlung auf der tatsächlichen Hornhautform basieren – nicht auf einer durch Linsen veränderten –, muss eine Pause eingehalten werden.

Empfohlene Trageunterbrechung vor der Voruntersuchung:

  • Weiche Tages- oder Monatslinsen: mindestens 2 Wochen
  • Formstabile (harte) Kontaktlinsen: mindestens 4–6 Wochen, oft länger

Manche Augenärzte empfehlen bei langjährigen Trägern formstabiler Linsen sogar 8–12 Wochen Pause, bis sich die Hornhaut vollständig regeneriert hat. In dieser Zeit musst du mit Brille auskommen.

Zwischen Voruntersuchung und eigentlicher Behandlung solltest du ebenfalls keine Linsen mehr tragen. Kläre das genaue Vorgehen mit deiner Klinik ab.


Fazit – Kontaktlinsen oder Augenlasern: Was passt zu dir?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht – aber es gibt klare Signale, wann welche Lösung sinnvoller ist.

Kontaktlinsen bleiben die bessere Wahl, wenn:

  • Du noch jung bist und deine Fehlsichtigkeit bislang nicht stabil ist
  • Du nicht für eine Laserbehandlung geeignet bist (Hornhautdicke, Erkrankungen)
  • Du die Flexibilität schätzt, zwischen Linsen und Brille zu wechseln
  • Du die einmalige Investition derzeit nicht stemmen möchtest

Augenlasern ist die bessere Wahl, wenn:

  • Du seit Jahren täglich Kontaktlinsen trägst und zunehmend Beschwerden hast
  • Deine Fehlsichtigkeit stabil ist und du die Voruntersuchungs-Kriterien erfüllst
  • Du langfristig Geld sparen möchtest
  • Du Kontaktlinsen als lästig empfindest und von der täglichen Routine befreit sein willst

Lass dich von einer spezialisierten Augenklinik beraten. Die Voruntersuchung ist der einzige Weg, um sicher zu wissen, ob du für das Lasern geeignet bist.

FAQ

Kann ich direkt von Kontaktlinsen auf Augenlasern wechseln?

Nicht sofort. Du musst die Linsen mindestens 2 Wochen (weiche Linsen) oder 4–6 Wochen (harte Linsen) vor der Voruntersuchung absetzen, damit die Hornhaut ihre natürliche Form zurückbekommt.

Wird Augenlasern von der Krankenkasse bezahlt?

In der Regel nein. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, da es sich um einen Wahleingriff handelt. Manche privaten Zusatzversicherungen erstatten einen Teil der Kosten.

Wie lange hält das Ergebnis einer Laserbehandlung?

Bei den meisten Patienten dauerhaft. Allerdings schützt das Lasern nicht vor Alterssichtigkeit, die ab Mitte 40 bei fast allen Menschen eintritt und eine Lesebrille erforderlich machen kann.

Kann man nach dem Lasern wieder Kontaktlinsen tragen?

Ja, in der Regel ist das möglich. Allerdings brauchen die meisten Menschen nach einer erfolgreichen Behandlung keine Linsen mehr.

Welches Laserverfahren ist das beste?

Das hängt von deiner Hornhautdicke, Fehlsichtigkeit und individuellen Anatomie ab. SMILE gilt aktuell als das modernste Verfahren mit dem geringsten Eingriff in die Hornhautstruktur. Die Wahl trifft der Augenarzt nach der Voruntersuchung.

Tut Augenlasern weh?

Während der Behandlung nicht, da Betäubungstropfen verwendet werden. In den ersten Stunden danach kann es zu Druckgefühl, Tränen und Lichtempfindlichkeit kommen. Die meisten Patienten beschreiben die Prozedur selbst als schmerzfrei.

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