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Kontaktlinsen: Risiken & Nebenwirkungen – Warnzeichen, Ursachen und Prävention
Kontaktlinsen sind für viele Menschen eine praktische Alternative zur Brille. Gleichzeitig können – je nach Linsentyp,
Trageverhalten, Hygiene und individuelle Faktoren – Beschwerden oder Nebenwirkungen auftreten.
Auf dieser Seite findest du neutrale Informationen zur Orientierung, damit du Warnzeichen besser einschätzen und Risiken im Alltag reduzieren kannst.
Hinweis: Die Inhalte ersetzen keine Diagnose oder persönliche Beratung durch einen Augenarzt oder Kontaktlinsenspezialisten.
Kurzüberblick: Die wichtigsten Warnzeichen
- starke Schmerzen
- plötzliche Sehverschlechterung
- deutliche Lichtempfindlichkeit
- starke Rötung, die nicht nachlässt
- eitriger Ausfluss oder stark geschwollene Lider
Wenn das auftritt: Kontaktlinsen entfernen und zeitnah fachlich abklären lassen.
Bei starken Symptomen kann außerhalb der Sprechzeiten auch eine Notaufnahme die richtige Anlaufstelle sein.
Warum dieses Thema wichtig ist
Kontaktlinsen bieten klare Sicht und Flexibilität – doch sie können auch Trockenheit, Reizungen oder in seltenen Fällen
ernstere Komplikationen begünstigen. Je früher Beschwerden erkannt werden, desto leichter lassen sich Ursachen finden und Risiken reduzieren.
Häufigkeit und Relevanz (Orientierungswerte)
In Studien werden je nach Definition und Untersuchungsgruppe unterschiedliche Häufigkeiten beschrieben.
Wichtig ist vor allem: Beschwerden sind nicht ungewöhnlich – und lassen sich oft durch passende Linsenwahl,
saubere Pflege und regelmäßige Kontrollen deutlich verringern.
| Aspekt | Häufigkeit/Relevanz (Studienberichte) | Praktische Konsequenz |
|---|---|---|
| Unverträglichkeiten allgemein | Breite Spannweiten je nach Studie und Definition | Kontrollen; ggf. Material/Tragezeiten anpassen oder Linsen wechseln |
| Trockene Augen / Tränenfilmstörung | häufig berichtet, besonders bei längerer Nutzung | Pflege anpassen; Pausen; ggf. Tropfen ohne Konservierungsmittel |
| Berufs-/Umweltfaktoren | erhöht bei Staub, trockener Luft, Chemikalien | Beratung; ggf. Schutzbrille; Linsentyp an Umfeld anpassen |
| Infektionsrisiko | höher als ohne Kontaktlinsen, v. a. bei Hygiene-Fehlern | Strikte Hygiene; Kontakt mit Wasser vermeiden; Behälter wechseln |
| Prävention | sehr relevant | Aufklärung + Routine: Linsenwahl, Pflege, Tragezeiten, Kontrollen |
Häufige Nebenwirkungen von Kontaktlinsen
Trockene Augen und Störung des Tränenfilms
Viele Träger berichten im Laufe der Zeit über Trockenheit. Typische Symptome sind Brennen, Jucken,
ein sandiges Gefühl oder verschwommene Sicht. Heizungsluft, Klimaanlagen und Bildschirmarbeit können das verstärken.
Pausen, passende Benetzung und ggf. ein anderer Linsentyp können helfen.
Reizungen, Rötungen und Fremdkörpergefühl
Rötung und Fremdkörpergefühl treten häufig bei Ablagerungen, zu langen Tragezeiten oder unpassendem Sitz auf.
Häufiges Blinzeln oder vermehrtes Tränen sind typische Zeichen. Oft helfen eine Linsenpause, Reinigung und die Überprüfung der Pflege.
Gigantopapilläre Konjunktivitis (GPC) und Ablagerungen
Ablagerungen (z. B. Eiweiß) können die Lidschleimhaut reizen. Beschwerden können Jucken, Schleim, Unbehagen oder verrutschende Linsen sein.
Eine Linsenpause, bessere Reinigung oder Wechsel (z. B. auf Tageslinsen) werden häufig empfohlen – immer in Absprache mit Fachpersonal.
Schwerwiegende Risiken und Komplikationen
Hornhautentzündung (Keratitis)
Entzündungen der Hornhaut können ernst sein. Mögliche Anzeichen sind starke Rötung, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit.
Bei Verdacht: Kontaktlinsen entfernen und zeitnah augenärztlich abklären lassen.
Neovaskularisation (Gefäßeinwuchs)
Bei zu langer Tragezeit oder zu geringer Sauerstoffversorgung können sich Blutgefäße in Richtung Hornhaut bilden.
Mögliche Hinweise sind anhaltende Rötung oder schlechteres Kontrastsehen. Häufig hilft eine Anpassung der Tragezeit oder ein
sauerstoffdurchlässigeres Material – fachliche Kontrolle ist wichtig.
SEALs (bogenförmige Epithelläsionen)
SEALs können bei weichen Linsen auftreten und sich durch plötzliches Fremdkörpergefühl bemerkbar machen.
Erste Maßnahme ist meist eine Linsenpause; bei wiederkehrenden Problemen kann ein Wechsel (z. B. Tageslinsen) sinnvoll sein.
Risikofaktoren: Warum Beschwerden entstehen
Material und Design
Weiche Linsen (Hydrogel oder Silikonhydrogel) sind komfortabel, können aber je nach Auge eher zu Trockenheit oder Ablagerungen neigen.
Formstabile Linsen sind oft sehr sauerstoffdurchlässig und können bei manchen Trägern Vorteile bei Ablagerungen bieten – brauchen aber teils längere Eingewöhnung.
Trageverhalten
Überziehen der Tragezeit (Overwear) oder verlängerte Austauschintervalle erhöhen das Risiko für Reizungen und Entzündungen.
Bewusst kürzere Tragezeiten und regelmäßige Pausen können Beschwerden reduzieren.
Hygiene und Pflege
Unsachgemäße Reinigung und seltenes Wechseln des Behälters gehören zu den häufigsten Ursachen für Infektionsrisiken.
Eine saubere Routine (Reinigung, Desinfektion, frische Lösung, Behälterwechsel) ist zentral.
Mehr dazu: Pflege & Hygiene.
Individuelle Faktoren
Tränenfilmqualität, Allergien, reduzierte Lidschlagfrequenz (z. B. am Bildschirm), Alter und manche Medikamente können die Verträglichkeit beeinflussen.
Auch Umweltbedingungen wie Wind, Staub oder trockene Luft spielen eine Rolle.
Kontaktlinsen-Unverträglichkeit: Definition, Ursachen, Verlauf
Typische Symptome
Trockenheit, Brennen, Rötung, Fremdkörpergefühl oder schwankende Sicht können Anzeichen einer Unverträglichkeit sein.
Leichte Beschwerden können sich nach Anpassung der Routine verbessern – anhaltende oder zunehmende Symptome sollten abgeklärt werden.
Ursachen: Linse, Person, Umfeld
Häufig spielen drei Bereiche zusammen: (1) die Linse (Material, Passform, Pflegeprodukte),
(2) individuelle Faktoren (Tränenfilm, Allergien, Medikamente, Bildschirmarbeit) und (3) die Umgebung (trockene Luft, Staub, Wind).
| Aspekt | Typische Anzeichen | Praktische Maßnahmen (Orientierung) |
|---|---|---|
| Linse | Trockenheit, Fremdkörpergefühl, Ablagerungen | Material/Passform prüfen; ggf. Tageslinsen testen; Kontrolle beim Optiker/Augenarzt |
| Person | instabiler Tränenfilm, Allergien, häufiges Blinzeln | Tränenersatz ohne Konservierung; Allergiemanagement; Tragezeiten anpassen |
| Umfeld | Rötung durch trockene Luft, erhöhte Reizempfindlichkeit | Luft befeuchten; Pausen; Schutzbrille bei Staub; Wasser vermeiden |
| Verlauf | Besserung oft innerhalb von Tagen bis Wochen möglich | Wenn Verschlechterung: zeitnah abklären lassen |
Materialkunde: Silikonhydrogel, Hydrogel und formstabile Linsen
Silikonhydrogel vs. klassische Hydrogele
Silikonhydrogel lässt häufig mehr Sauerstoff durch als klassische Hydrogele. Das kann das Risiko von Sauerstoffmangel reduzieren.
Gleichzeitig kann Trockenheit trotzdem auftreten – je nach Benetzung und persönlichem Tränenfilm.
Formstabile Linsen: mögliche Vorteile
Formstabile Linsen sind oft sehr sauerstoffdurchlässig und können Ablagerungen reduzieren – allerdings ist die Eingewöhnung bei manchen Trägern länger.
Unverträglichkeit von Pflegeprodukten
Beschwerden können auch durch Konservierungsmittel in Pflegemitteln entstehen.
Häufig werden konservierungsmittelfreie Benetzungstropfen besser vertragen.
Bei wiederholten Beschwerden lohnt sich eine fachliche Überprüfung der Produkte.
Risiken senken: Hygiene, Handhabung und Alltag
Reinigung, Desinfektion und Proteinentfernung
Reinige Linsen regelmäßig und desinfiziere sie nach Anleitung.
Bei wiederkehrenden Ablagerungen kann eine zusätzliche Proteinentfernung sinnvoll sein.
Austauschintervalle: Linsen und Behälter
Halte Austauschintervalle ein. Behälter sollten regelmäßig gereinigt und typischerweise alle 1–3 Monate ersetzt werden.
Wasser und Kosmetik: Typische Fehler vermeiden
Vermeide Kontakt mit Wasser (Dusche/Schwimmen) und achte bei Kosmetik auf eine saubere Reihenfolge (erst Linsen, dann Make-up).
Praktische Tipps zur Vermeidung von Nebenwirkungen
| Problem | Praktischer Tipp | Nutzen |
|---|---|---|
| Trockene Augen | Kürzere Tragezeiten, Pausen, ggf. Tränenersatz | Weniger Reizung, besserer Tragekomfort |
| Ablagerungen/GPC | Reinigung optimieren, ggf. Wechsel zu Tageslinsen | Weniger Reiz, bessere Verträglichkeit |
| Schlechter Sitz | Anpassung beim Augenarzt/Optiker, Probelinsen | Stabilere Sehqualität, weniger Reibung |
| Hygieneprobleme | Behälter regelmäßig wechseln, Lösung immer frisch | Geringere Keimbelastung |
| Lange Bildschirmzeit | Pausen, ggf. Linsentyp prüfen | Weniger Trockenheit, weniger Ermüdung |
Weiterführend: Pflege & Hygiene und Kontaktlinsen-Arten.
Fazit
Kontaktlinsen können Risiken mit sich bringen – besonders bei unpassender Linse, mangelnder Hygiene oder zu langen Tragezeiten.
Viele Beschwerden lassen sich durch eine saubere Routine, passende Materialien und regelmäßige Kontrollen reduzieren.
Bei starken oder zunehmenden Symptomen ist es sinnvoll, Kontaktlinsen zu entfernen und frühzeitig fachlichen Rat einzuholen.
