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In Kürze: Kontaktlinsen reinigst du in vier Schritten: reiben, abspülen, desinfizieren, aufbewahren. Wasch zuerst die Hände, reibe die Linse mit Pflegelösung in der Handfläche, spüle sie mit Kombilösung oder steriler Kochsalzlösung ab und lege sie über Nacht in frische Lösung. Niemals Leitungswasser oder Speichel verwenden. Tageslinsen wirfst du einfach weg.
Gute Pflege entscheidet darüber, ob du deine Linsen bequem und sicher trägst. Saubere Linsen schützen vor Reizungen und Infektionen. Dieser Ratgeber beantwortet die häufigsten Fragen rund ums Reinigen – Schritt für Schritt. Stand: Juni 2026.
Wie reinigst du Kontaktlinsen richtig?
Kontaktlinsen reinigst du in einer festen Reihenfolge aus vier Schritten. So entfernst du Ablagerungen und Keime zuverlässig.
- Reiben: Linse auf die saubere Handfläche legen, mit Pflegelösung benetzen und etwa 10–20 Sekunden sanft mit der Fingerkuppe reiben.
- Abspülen: Mit Kombilösung oder steriler Kochsalzlösung abspülen, bis keine sichtbaren Rückstände bleiben – kein Leitungswasser.
- Desinfizieren: Über Nacht in Kombilösung oder einem Peroxidsystem desinfizieren; bei Peroxid die Neutralisationszeit strikt einhalten.
- Aufbewahren: In einem sauberen Behälter mit frischer Lösung lagern – Lösung nie nachfüllen oder wiederverwenden.
Vor jedem Schritt gilt: Hände gründlich mit Seife waschen und fusselfrei abtrocknen. Eine feste Routine am Abend macht das Reinigen schnell und sicher.
Merke: Wiederverwendbare Linsen werden direkt nach dem Herausnehmen gereinigt – nicht erst kurz vor dem nächsten Tragen.
Womit reinigst du Kontaktlinsen?
Zum Reinigen nutzt du entweder eine All-in-One-Kombilösung oder ein Peroxidsystem. Eine sterile Kochsalzlösung dient nur zum Abspülen und Nachbenetzen, nicht zum Desinfizieren.
| Pflegemittel | Funktion | Gut geeignet für |
|---|---|---|
| Kombilösung (All-in-One) | Reinigt, spült, desinfiziert und bewahrt auf – ohne Neutralisation. | Den unkomplizierten Alltag. |
| Peroxidsystem | Sehr gründliche Desinfektion mit anschließender Neutralisation (oft mehrere Stunden). | Empfindliche Augen, Allergien, hoher Hygienebedarf. |
| Sterile Kochsalzlösung | Spült Rückstände ab und benetzt; reinigt und desinfiziert nicht. | Abspülen vor dem Einsetzen. |
| Proteinentferner | Löst hartnäckige Eiweiß- und Fettablagerungen. | Monats- und Jahreslinsen mit Belägen. |
Welches System zu dir passt, hängt von Linsentyp und Verträglichkeit ab. Einen Überblick über weiche und formstabile Linsen findest du unter Kontaktlinsen-Arten.
Kannst du Kontaktlinsen mit Wasser reinigen?
Nein. Leitungswasser ist zum Reinigen und Aufbewahren von Kontaktlinsen tabu. Es ist nicht steril und kann Kalk sowie Keime enthalten.
Besonders gefährlich sind Acanthamoeben – Kleinstlebewesen im Wasser, die eine schwere, schwer behandelbare Hornhautentzündung auslösen können. Auch destilliertes oder abgekochtes Wasser ersetzt kein Pflegemittel.
Faustregel: Linsen kommen nur mit dafür vorgesehenem Pflegemittel oder steriler Kochsalzlösung in Kontakt – nie mit Wasser. Welche Folgen schlechte Hygiene haben kann, liest du unter Risiken und Nebenwirkungen von Kontaktlinsen.
Kann man Kontaktlinsen mit Kochsalzlösung reinigen oder aufbewahren?
Sterile Kochsalzlösung eignet sich nur zum Abspülen und Nachbenetzen – nicht zum Reinigen oder Aufbewahren. Sie enthält etwa 0,9 % Kochsalz und hat einen Wert ähnlich der Tränenflüssigkeit, desinfiziert aber nicht.
Das heißt: Über Nacht in Kochsalzlösung gelagerte Linsen werden nicht keimfrei. Für die Desinfektion brauchst du immer eine Kombilösung oder ein Peroxidsystem.
Selbst gemachte Salzlösungen sind keine Alternative. Sie sind nicht steril und gehören nicht ans Auge.
Wie reinigst du Kontaktlinsen ohne Lösung?
Hast du gerade kein Pflegemittel, ist die sicherste Option, wiederverwendbare Linsen zu entsorgen und ein frisches Paar zu nehmen. Notlösungen bergen ein Keimrisiko.
Geht das nicht, hält sterile Kochsalzlösung aus der Apotheke die Linsen kurzfristig feucht – als reine Übergangslösung, ohne Desinfektion. Reinige und desinfiziere sie, sobald du wieder Pflegemittel hast, gründlich nach.
Tipp: Wer öfter unterwegs übernachtet, fährt mit Tageslinsen am sichersten – sie werden einfach weggeworfen und brauchen keine Pflege.
Musst du Kontaktlinsen reiben?
Ja. Auch bei Lösungen mit dem Hinweis „No-Rub“ solltest du die Linse kurz reiben. Das mechanische Reiben entfernt Ablagerungen deutlich besser als reines Einlegen.
Lege die Linse dafür in die Handfläche, gib ein paar Tropfen Lösung darauf und reibe sie mit der Fingerkuppe in kleinen, kreisenden Bewegungen. Anschließend abspülen.
Wie oft musst du Kontaktlinsen reinigen?
Wiederverwendbare Linsen reinigst du nach jedem Tragen – also jeden Abend nach dem Herausnehmen. Morgens vor dem Einsetzen spülst du sie noch einmal ab.
Tageslinsen reinigst du gar nicht. Sie werden nach einmaligem Tragen entsorgt. Wochen-, Monats- und Jahreslinsen brauchen dagegen die volle Pflegeroutine.
Merke: Die Tragezeit nicht überziehen. Wer Linsen länger trägt als vom Hersteller vorgesehen, riskiert Ablagerungen und eine Unterversorgung der Hornhaut mit Sauerstoff. Mehr dazu unter Kontaktlinsen richtig tragen.
Wie reinigst du harte (formstabile) Kontaktlinsen?
Formstabile Linsen brauchen oft ein anderes Pflegesystem als weiche. Verbreitet sind dreiteilige Systeme aus Oberflächenreiniger, Aufbewahrungslösung und Proteinentferner.
Das Prinzip bleibt gleich: reiben, abspülen, desinfizieren, aufbewahren. Harte Linsen sind robuster, sammeln aber ebenso Eiweiß- und Fettablagerungen, die du regelmäßig mit einem Proteinentferner löst.
Welche Produkte für dein Linsenmaterial freigegeben sind, klärst du am besten beim Optiker. Nicht jedes Mittel passt zu jeder Beschichtung.
Wie reinigst und wechselst du den Kontaktlinsenbehälter?
Der Behälter ist ein unterschätzter Keim-Hotspot. Spüle ihn nach jedem Gebrauch mit frischer Pflege- oder Kochsalzlösung aus und lass ihn offen an der Luft trocknen.
Verwende nie Leitungswasser und fülle nie alte Lösung nach. In einem feuchten, alten Behälter bildet sich ein Biofilm, der frisch gereinigte Linsen sofort wieder verunreinigt.
| Aspekt | Empfehlung |
|---|---|
| Behälter ausspülen | Täglich mit frischer Lösung, danach lufttrocknen |
| Behälter wechseln | Etwa alle 3 Monate (bei Peroxidsystemen oft häufiger) |
| Lösung | Bei jedem Gebrauch komplett erneuern |
| Leitungswasser | Nie verwenden |
Welche Fehler solltest du beim Reinigen vermeiden?
Die meisten Probleme entstehen durch wenige, vermeidbare Fehler. Wer sie kennt, schützt seine Augen zuverlässig.
- Wasser oder Speichel statt Lösung: beide enthalten Keime und gehören nie an die Linse.
- Alte Lösung „toppen“: Nachfüllen senkt die Desinfektionsleistung drastisch – immer komplett erneuern.
- Tragezeit überziehen: erhöht Ablagerungen und Infektionsrisiko.
- Linsen bei gereizten Augen tragen: bei Rötung oder Brennen erst die Ursache klären.
- Behälter vergessen: ungereinigt wird er zur Keimquelle.
Treten trotz guter Pflege Beschwerden auf, liegt es oft nicht an der Linse, sondern am Pflegemittel. Woran du eine Kontaktlinsen-Unverträglichkeit erkennst, erfährst du im passenden Ratgeber.
Fazit: Saubere Linsen in vier Schritten
Richtiges Reinigen ist keine Wissenschaft: reiben, abspülen, desinfizieren, aufbewahren – mit sauberen Händen, frischer Lösung und ohne Leitungswasser. Wähle das Pflegesystem passend zu deinem Linsentyp und tausch den Behälter regelmäßig aus.
Der nächste Schritt: Leg dir eine feste Abendroutine zu und lass Sitz, Tränenfilm und Ablagerungen alle 6 bis 12 Monate beim Optiker prüfen. Bei Beschwerden gilt immer „Linse raus und abklären lassen“.
Unsicher, ob deine aktuelle Sehhilfe optimal ist? Dann hilft ein Vergleich von Kontaktlinsen und Brille bei der Entscheidung.
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine persönliche Beratung oder Diagnose. Beachte stets die Angaben deines Pflegemittels und deines Optikers.
FAQ
Kann ich Kontaktlinsen mit Leitungswasser reinigen?
Nein, Leitungswasser ist tabu. Es ist nicht steril und kann Kalk und Keime enthalten, darunter Acanthamoeben, die eine schwere Hornhautentzündung auslösen können. Verwende ausschließlich ein dafür vorgesehenes Pflegemittel oder sterile Kochsalzlösung zum Abspülen.
Kann ich Kontaktlinsen in Kochsalzlösung aufbewahren?
Nein. Sterile Kochsalzlösung eignet sich nur zum Abspülen und Nachbenetzen, sie reinigt und desinfiziert nicht. Über Nacht gelagerte Linsen werden darin nicht keimfrei. Zum Desinfizieren brauchst du eine Kombilösung oder ein Peroxidsystem.
Wie reinige ich Kontaktlinsen, wenn ich keine Lösung habe?
Am sichersten ist es, wiederverwendbare Linsen zu entsorgen und ein frisches Paar zu nehmen. Geht das nicht, hält sterile Kochsalzlösung die Linsen kurzfristig feucht, ohne zu desinfizieren. Reinige und desinfiziere sie gründlich nach, sobald du wieder Pflegemittel hast.
Wie oft muss ich Kontaktlinsen reinigen?
Wiederverwendbare Linsen reinigst du nach jedem Tragen, also jeden Abend, und spülst sie morgens vor dem Einsetzen noch einmal ab. Tageslinsen reinigst du nicht, sondern wirfst sie nach einmaligem Gebrauch weg. Halte dich immer an die Tragezeit des Herstellers.
Muss ich Kontaktlinsen reiben, auch bei No-Rub-Lösungen?
Ja, kurzes Reiben wird auch bei No-Rub-Lösungen empfohlen. Das mechanische Reiben entfernt Ablagerungen deutlich besser als reines Einlegen. Lege die Linse in die Handfläche, gib Lösung darauf und reibe sie sanft, bevor du sie abspülst.
Wie lange kann ich Kontaktlinsen in der Lösung aufbewahren?
Das hängt vom Pflegesystem ab. Liegen wiederverwendbare Linsen länger als etwa 30 Tage im Behälter, solltest du sie vor dem Tragen erneut desinfizieren. Beachte dazu immer die Angaben deines Pflegemittels.
Wie oft muss ich den Kontaktlinsenbehälter wechseln?
Etwa alle drei Monate, bei Peroxidsystemen oft häufiger. Spüle ihn nach jedem Gebrauch mit frischer Lösung aus und lass ihn offen an der Luft trocknen. So verhinderst du einen Biofilm, der frisch gereinigte Linsen wieder verunreinigt.
