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Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit – welche eignen sich und was musst du wissen?
Kurzsichtigkeit (Myopie) erklärt - Erfahren Sie mehr zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsoptionen.
Einführung: Kurzsichtigkeit und Kontaktlinsen verstehen
Kurzsichtigkeit – medizinisch Myopie genannt – ist eine der häufigsten Formen der Fehlsichtigkeit weltweit. Menschen mit dieser Sehschwäche sehen Objekte in der Nähe scharf, während die Ferne verschwommen erscheint. Kontaktlinsen gehören neben der Brille zu den wichtigsten Optionen für die Korrektur dieser Sehschwäche und bieten dabei einige Vorteile im Alltag.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit infrage kommen, wie sie funktionieren und was sie kosten. Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Bei Myopie liegt der Brennpunkt der Lichtstrahlen vor der Netzhaut statt direkt auf ihr. Eine Kontaktlinse mit negativer Brechkraft verschiebt diesen Punkt wieder auf die Netzhaut – das Bild wird scharf. Ob Sie eine leichte Kurzsichtigkeit von -2,00 Dioptrien haben oder mit -6,00 dpt zu den stärker Betroffenen gehören: Für nahezu jeden Fall gibt es passende Lösungen.
Was ist Kurzsichtigkeit (Myopie)?
Bei Kurzsichtigkeit ist entweder der Augapfel zu lang oder die Brechkraft von Hornhaut und Augenlinse zu hoch. Das Ergebnis: Lichtstrahlen, die ins Auge fallen, werden so gebrochen, dass sie ihren Fokuspunkt vor der Netzhaut bilden – nicht auf ihr. Nahe Dinge erscheinen scharf, während entfernte Objekte verschwommen wirken.
Der typische Verlauf sieht so aus: Myopie beginnt häufig in der Kindheit, meist zwischen dem 6. und 10. Lebensjahr. Während der Wachstumsphase in der Pubertät nimmt die Kurzsichtigkeit oft zu. Bei den meisten Menschen stabilisiert sich die Sehstärke zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr – allerdings kann das Wachstum des Augapfels in manchen Fällen auch länger andauern.
Einteilung nach Dioptrien:
- Leichte Myopie: bis ca. -3,00 dpt
- Mittlere Myopie: ca. -3,25 bis -6,00 dpt
- Hohe Myopie: stärker als -6,00 dpt
Je höher die Werte, desto größer ist auch das Risiko für spätere Augenerkrankungen wie Netzhautablösung. Deshalb spielt die Verlangsamung der Zunahme gerade bei Kindern eine wichtige Rolle.
Welche Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit? – Überblick über die Linsentypen
Alle Kontaktlinsen zur Korrektur von Kurzsichtigkeit funktionieren nach demselben Prinzip: Sie sind konkav geformt (Minuslinsen) und verschieben den Brennpunkt der Lichtstrahlen zurück auf die Netzhaut. Das Sehen in der Ferne wird dadurch wieder scharf.
Die Auswahl an Linsentypen ist groß:
- Weiche Kontaktlinsen (Hydrogel, Silikon-Hydrogel)
- Formstabile (harte) Kontaktlinsen
- Tages-, Wochen- und Monatslinsen
- Speziallinsen wie Ortho-K (Nachtlinsen) oder multifokale Linsen zur Myopie-Kontrolle
Die richtige Wahl hängt von mehreren Faktoren ab: der Stärke Ihrer Kurzsichtigkeit, der Beschaffenheit Ihres Tränenfilms, Ihrem Alltag und Lebensstil sowie Ihrem Budget.
Typische Szenarien für die Linsenauswahl:
- Sportler: Brauchen Linsen mit stabilem Sitz, die auch bei Schweiß und Bewegung nicht verrutschen – weiche Tageslinsen sind hier oft ideal.
- Büroangestellte: Wünschen sich Linsen mit guter Feuchtigkeitsversorgung für lange Bildschirmtage – Silikon-Hydrogel-Monatslinsen können eine gute Wahl sein.
- Stark kurzsichtige (z. B. -8,00 dpt oder mehr): Profitieren häufig von formstabilen Linsen mit besserer Abbildungsqualität.
- Kinder und Jugendliche mit fortschreitender Myopie: Kommen für Myopie-Management mit Ortho-K oder speziellen Multifokallinsen infrage.

Weiche Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit
Weiche Kontaktlinsen bestehen aus Hydrogel oder dem moderneren Silikon-Hydrogel. Der Silikon-Anteil verbessert die Sauerstoffdurchlässigkeit erheblich. Diese Linsen schmiegen sich flexibel an die Hornhaut an und sind von Anfang an sehr komfortabel zu tragen.
Weiche Linsen eignen sich besonders bei leichter bis mittlerer Kurzsichtigkeit – je nach Hersteller decken Standardprodukte Werte von etwa -0,50 bis -8,00 dpt ab. Für höhere Stärken gibt es maßgefertigte Varianten.
Vorteile:
- Hoher Tragekomfort von der ersten Minute an
- Viele Austauschintervalle: Tages-, 2-Wochen-, Monatslinsen
- Unauffällige Optik ohne Brillengläser
- Ideal für Sport und wechselnde Aktivitäten
- Bei Allergien gut geeignet (besonders Tageslinsen)
Nachteile:
- Strikte Hygiene erforderlich, da Ablagerungen entstehen können
- Bei sehr trockenen Augen teils eingeschränkt verträglich
- Tägliche Pflege bei Monats- und 2-Wochenlinsen nötig
- Bei hoher Kurzsichtigkeit: Abbildungsqualität schlechter als bei formstabilen Linsen
Formstabile (harte) Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit
Formstabile Linsen sind kleine, gasdurchlässige Kunststofflinsen, die ihre Form behalten und auf dem Tränenfilm „schwimmen“. Sie sind deutlich kleiner als weiche Linsen und bedecken nur einen Teil der Hornhaut.
Vorteile:
- Exzellente Sauerstoffversorgung der Hornhaut
- Sehr scharfe optische Abbildung, auch bei leicht unregelmäßiger Hornhaut
- Lange Lebensdauer: oft 1–2 Jahre bei guter Pflege
- Geringeres Risiko für Ablagerungen
- Gut geeignet bei mittlerer bis hoher Kurzsichtigkeit
Nachteile:
- Längere Eingewöhnungszeit (Fremdkörpergefühl über Tage bis Wochen)
- Höhere Anschaffungskosten
- Handling beim Einsetzen und Herausnehmen anspruchsvoller
- Nicht jeder verträgt den härteren Rand auf dem Auge
Tages-, Wochen- und Monatslinsen für Kurzsichtige
Die Wahl des Austauschintervalls beeinflusst sowohl die Kosten als auch den Pflegeaufwand erheblich.
Tageslinsen werden nur einmal getragen und dann entsorgt. Sie bieten die höchste Hygiene, da jeden Tag eine frische, sterile Linse verwendet wird. Ideal für:
- Gelegenheitsträger („nur am Wochenende beim Sport“)
- Einsteiger, die das Tragen erst testen möchten
- Allergiker während der Pollensaison
- Personen mit wenig Zeit für Linsenpflege
Monatslinsen sind wirtschaftlicher für Menschen, die täglich Linsen tragen. Sie werden etwa 30 Tage ab Öffnung verwendet und erfordern konsequente tägliche Reinigung mit geeignetem Pflegemittel.
2-Wochenlinsen stellen einen Kompromiss dar: häufigerer Austausch als Monatslinsen, dafür etwas geringeres Ablagerungsrisiko.
Ortho-K-Nachtlinsen und Speziallinsen zur Myopie-Kontrolle
Ortho-K (Orthokeratologie) bezeichnet formstabile Speziallinsen, die ausschließlich während des Schlafs getragen werden – typischerweise 6–8 Stunden. Sie modellieren die Hornhaut über Nacht sanft um, sodass tagsüber scharfes Sehen ohne jede Sehhilfe möglich ist.
Die Wirkung ist reversibel: Ohne weitere Nachtanwendung kehrt die Hornhaut innerhalb von 24–72 Stunden zur ursprünglichen Form zurück. Der typische Anwendungsbereich liegt bei Kurzsichtigkeit bis etwa -4,50 bis -5,00 dpt und einem Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) bis ca. 2,00–2,50 dpt.
Myopie-Kontrolle: Studien seit den 2000er Jahren zeigen, dass Ortho-K das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen verlangsamen kann. Eine deutsche 10-Jahres-Studie ergab eine Progressionshemmung von 36–60 % im Vergleich zu Brillenträgern.
Weitere Speziallinsen für Myopie-Management:
- Multifokale weiche Kontaktlinsen mit speziellem Design
- Linsen mit „peripherem myopen Defokus“, die das Längenwachstum des Auges bremsen sollen
- Studien zeigen Reduktionen der Myopieprogression um etwa 25–72 % je nach Linsendesign
Wichtige Aspekte bei Ortho-K und Myopie-Management:
- Engmaschige Kontrolltermine erforderlich (nach der ersten Nacht, dann regelmäßig)
- Besonders sorgfältige Hygiene notwendig
- Nicht für alle Personen geeignet – individuelle Untersuchung durch Fachleute zwingend
- Eltern sollten die Anwendung bei Kindern begleiten
Vorteile von Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit gegenüber Brillen
Sowohl Brillen als auch Kontaktlinsen korrigieren Myopie zuverlässig. Im Alltag zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede, die für viele kurzsichtige Menschen den Ausschlag geben.
Das größere Blickfeld ist einer der wichtigsten Vorteile: Kontaktlinsen bewegen sich mit dem Auge mit. Es gibt keine Randunschärfen wie bei Brillengläsern, kein eingeschränktes peripheres Sehen. Gerade bei höheren Dioptrien fällt dieser Unterschied stark ins Gewicht.
Auch ästhetisch bieten Kontaktlinsen Vorteile: keine sichtbare Fassung, keine Verkleinerung der Augen durch dicke Minusscheiben. Besonders Personen mit hoher Kurzsichtigkeit schätzen diesen natürlicheren Blick.

Praktische Vorteile im Alltag:
- Kein Beschlagen bei Temperaturwechsel (etwa beim Betreten warmer Räume im Winter)
- Stabiler Sitz beim Sport – kein Verrutschen oder Herunterfallen
- Keine Druckstellen auf Nase und Ohren
- Freies Gesicht bei Regen oder Nebel
- Kombinierbar mit normalen Sonnenbrillen
Mögliche Nachteile und Risiken von Kontaktlinsen
Kontaktlinsen sind medizinische Produkte, die bei falscher Anwendung oder mangelnder Hygiene Probleme verursachen können. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Umgang lassen sich die meisten Risiken minimieren.
Typische Beschwerden:
- Trockene Augen, besonders bei langer Bildschirmarbeit
- Rötungen und Reizungen
- Fremdkörpergefühl
- Verschwommenes Sehen gegen Ende des Tages
Infektionsrisiken: Die mikrobielle Keratitis (Hornhautentzündung durch Bakterien oder andere Erreger) ist die schwerwiegendste Komplikation. Studien zeigen etwa 2–4 Fälle pro 10.000 Kontaktlinsenträger pro Jahr. Das Risiko steigt deutlich:
- Beim Schlafen mit nicht dafür vorgesehenen Linsen (5- bis 8-fach erhöht)
- Bei schlechter Hygiene
- Bei Verwendung von Leitungswasser zur Reinigung
Wichtige Grenzen beachten:
- Tragedauer begrenzen (meist 8–14 Stunden pro Tag, je nach Linsentyp)
- Linsen nicht länger als empfohlen verwenden
- Regelmäßige Kontrollen wahrnehmen
Warnsignale – sofort handeln: Bei Schmerzen, starker Rötung oder plötzlicher Sehverschlechterung: Kontaktlinsen sofort absetzen und umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Diese Symptome können auf eine ernste Infektion hinweisen.
Kurzsichtigkeit und Kontaktlinsen bei Kindern und Jugendlichen
Myopie nimmt seit den 2000er Jahren weltweit bei Kindern zu – ein Trend, der Fachleute beunruhigt. Kontaktlinsen spielen hier eine doppelte Rolle: Sie korrigieren die Sehschwäche und können bei speziellen Designs auch das Fortschreiten verlangsamen.
Ab welchem Alter sind Kontaktlinsen sinnvoll? Weniger das chronologische Alter als vielmehr Reife und Hygienebewusstsein entscheiden. Viele Experten halten 10–12 Jahre für einen realistischen Zeitpunkt, wenn das Kind:
- Die Handhabung versteht und umsetzt
- Hygieneregeln befolgen kann
- Verantwortung für die Pflege übernimmt
Empfohlene Linsentypen für Kinder:
- Tageslinsen für Einsteiger (geringster Pflegeaufwand)
- Speziell designte Myopie-Kontaktlinsen (multifokale Weichlinsen)
- Ortho-K Nachtlinsen (unter enger fachlicher Betreuung)
Was ist Myopie-Management? Das Ziel ist nicht nur die Korrektur, sondern die Verlangsamung der Kurzsichtigkeit. Weniger Zunahme bedeutet langfristig geringere Risiken für Netzhautprobleme und andere Komplikationen. Die BLINK-Studie zeigte beispielsweise, dass multifokale Linsen mit +2,5 dpt Addition das Achsenwachstum über drei Jahre um etwa 35 % reduzierten.
Ergänzende Maßnahmen:
- Mindestens 1,5–2 Stunden täglich im Freien verbringen (Tageslicht wirkt protektiv)
- Regelmäßige Pausen bei Naharbeit (20-20-20-Regel: alle 20 Minuten 20 Sekunden in die Ferne schauen)
- Ausreichend Abstand bei Lesen und Bildschirmarbeit
- Gute Beleuchtung am Arbeitsplatz

Anpassung, Handhabung und Pflege von Kontaktlinsen
Eine professionelle Anpassung beim Augenoptiker oder Augenarzt ist vor dem ersten Kontaktlinsenkauf zwingend erforderlich. Ohne fachkundige Untersuchung und Beratung sollten Sie keine Linsen kaufen – auch nicht online.
Der Anpassungsprozess umfasst:
- Anamnese (Vorgeschichte, Lebensgewohnheiten, Bedürfnisse)
- Messung der Sehstärke (Refraktion)
- Hornhauttopografie bzw. Krümmungsmessung
- Beurteilung des Tränenfilms
- Auswahl und Anprobe von Probelinsen
- Einweisung in Handhabung und Pflege
Einsetzen und Herausnehmen:
- Hände gründlich waschen (keine rückfettenden Seifen)
- Spiegel verwenden, gute Beleuchtung
- Linsen nie mit Leitungswasser in Kontakt bringen
- Beim Herausnehmen: Linse sanft zusammenschieben, nicht am Auge reiben
Pflegehinweise für wiederverwendbare Linsen:
- Tägliche Reinigung mit geeignetem Pflegemittel
- Linsen gründlich abreiben (nicht nur einweichen)
- Immer frische Aufbewahrungslösung verwenden
- Behälter alle 3 Monate austauschen
- Pflegemittel nicht über Verfallsdatum nutzen
Typische Anfängerfehler vermeiden:
| Fehler | Risiko | Lösung |
|---|---|---|
| Mit Linsen schlafen (nicht dafür vorgesehen) | Infektionsrisiko 5–8x erhöht | Linsen vor dem Schlafen immer entfernen |
| Leitungswasser zur Reinigung | Amöben-Infektion möglich | Nur sterile Lösungen verwenden |
| Linsen über Tragedauer hinaus nutzen | Ablagerungen, Sauerstoffmangel | Austauschintervall strikt einhalten |
| Kontrollen auslassen | Unbemerkte Veränderungen | Jährliche Nachkontrolle wahrnehmen |
Kosten von Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit und Kostenübernahme
Die Kosten variieren stark je nach Linsentyp, Tragehäufigkeit und individuellen Bedürfnissen. Eine realistische Kalkulation sollte nicht nur die Linsen selbst, sondern auch Pflegemittel und Kontrollen berücksichtigen.
Orientierende Preisbereiche:
| Linsentyp | Ungefähre Kosten | Bemerkung |
|---|---|---|
| Tageslinsen | ca. 0,50–1,00 € pro Linse | Kein Pflegemittel nötig, aber höhere Gesamtkosten bei täglicher Nutzung |
| Monatslinsen | ab ca. 15 € für 6er-Pack (3 Monate) | Plus Pflegemittel ca. 5–10 €/Monat |
| Formstabile Linsen | ab ca. 189–330 € pro Auge | Lange Haltbarkeit (1–2 Jahre), plus Anpassungskosten |
| Ortho-K Nachtlinsen | ca. 65–75 €/Monat im Abo | Inkl. Kontrollen und Pflegemittel |
Zusätzliche Kosten:
- Erstanpassung: ca. 60–200 € (je nach Aufwand)
- Jährliche Nachkontrollen: meist 30–60 €
- Pflegemittel für Monatslinsen: ca. 60–120 € pro Jahr
- Ersatzbehälter: ca. 5–10 € alle 3 Monate
Kostenübernahme durch Krankenkassen: In Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen Kontaktlinsen nur in Ausnahmefällen:
- Bei sehr hoher Myopie (häufig ab ca. ±8,00 dpt)
- Bei bestimmten medizinischen Indikationen (z. B. Unverträglichkeit von Brillen, Hornhauterkrankungen)
- Pflegemittel werden grundsätzlich nicht erstattet
Die genauen Bedingungen variieren je nach Kasse. Eine Nachfrage lohnt sich bei höherer Kurzsichtigkeit oder besonderen medizinischen Situationen.
Alternativen zu Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit
Kontaktlinsen sind nur eine von mehreren Möglichkeiten zur Korrektur von Myopie. Nicht für jeden sind sie dauerhaft die ideale Lösung.
Brille: Die klassische Alternative bleibt für viele die erste Wahl. Einstärken-Minusscheiben sind schnell anpassbar, wartungsarm und erfordern keine besondere Hygiene.
Vorteile: Einfache Handhabung, keine Berührung des Auges, schützt vor Wind und Staub
Nachteile: Eingeschränktes Blickfeld, optische Verkleinerung der Augen bei hohen Minuswerten, Beschlagen, Druckstellen
Laserverfahren (LASIK, PRK, SMILE): Diese Verfahren verändern die Form der Hornhaut dauerhaft und ermöglichen oft ein Leben ohne Sehhilfe. Sie kommen vor allem bei stabiler Kurzsichtigkeit im Erwachsenenalter infrage.
Voraussetzungen: Stabile Sehstärke seit mindestens 1–2 Jahren, ausreichende Hornhautdicke, keine Augenerkrankungen
Risiken: Trockene Augen, Nachtblendung, selten Unter- oder Überkorrektur
Linsenimplantate (ICL) und refraktiver Linsenaustausch (RLA): Bei sehr hoher Myopie oder ungeeigneter Hornhaut können implantierbare Linsen eine Alternative sein. Die körpereigene Linse bleibt bei ICL erhalten, beim RLA wird sie ersetzt.
Einsatzbereich: Besonders bei Kurzsichtigkeit über -8,00 bis -10,00 dpt oder wenn Laserverfahren nicht möglich sind
Eine ausführliche Beratung durch einen Augenarzt oder ein refraktives Zentrum ist unbedingt nötig, um Chancen und Risiken individuell abzuwägen.
Fazit: Die richtigen Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit finden
Kontaktlinsen bieten bei Kurzsichtigkeit eine flexible, optisch unauffällige und alltagstaugliche Lösung. Sie ermöglichen ein freies Blickfeld, stören nicht beim Sport und beschlagen nicht im Winter. Von weichen Tageslinsen über formstabile Langzeitlinsen bis hin zu Ortho-K für die Nacht – die Auswahl ist groß genug, um für nahezu jede Situation den passenden Linsentyp zu finden.
Der richtige Linsentyp sollte immer individuell festgelegt werden. Was für den sportlichen Gelegenheitsträger ideal ist, passt nicht unbedingt zum Kind mit fortschreitender Myopie oder zur Person mit empfindlichen Augen. Genau deshalb ist die professionelle Anpassung durch Fachleute so wichtig.
Regelmäßige Kontrollen, konsequente Hygiene und realistische Tragezeiten sind die Grundlage für gesunde Augen – auch über Jahre hinweg. Nehmen Sie Warnsignale wie Rötungen oder Schmerzen ernst und handeln Sie im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig.
Ihr nächster Schritt: Lassen Sie sich persönlich beraten. Ein erfahrener Augenoptiker oder Augenarzt kann Ihre individuelle Situation beurteilen und gemeinsam mit Ihnen die beste Lösung finden. Probetragen ist heute bei den meisten Anbietern möglich – so können Sie selbst erleben, welche Linsen zu Ihrem Lebensstil passen.



